Heute hat der DSSV die Landes- und Bundesministerien angeschrieben und im Vorfeld auf den Bund-Länderaustausch am 10.02.2021 nochmals auf die Dringlichkeit einer Priorisierung der Wiedereröffnung der Fitness- und Gesundheits-Anlagen mit entsprechendem Hygienekonzept, hingewiesen. Das Muster-Hygienekonzept zum Download finden Sie im Mitglieder-Login: Corona / Musterschreiben und -konzepte / Musterkonzepte. 

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

aufgrund des COVID-19-Infektionsgeschehens in Deutschland sind Betriebe diverser Branchen, darunter auch der Fitness- und Gesundheitsbranche, seit 02.11.2020 erneut von Schließungen betroffen. Rückläufige Inzidenzwerte und ein zunehmend wieder beherrschbares Infektionsgeschehen (7-Tage-Inzidenz: 79,9, Stand: 05.02.2021) erfordern ein verantwortungsvolles Konzept für eine sukzessiv umsetzbare Öffnungsstrategie. Erste Bundesländer fordern einen Stufenplan zur Wiedereröffnung. Der DSSV Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen begrüßt diese Forderung, da so Perspektiven für die Branche und ein verbindlicher Rahmen mit konkreten Schritten geschaffen werden.

Für Fitness-/Gesundheits-Anlagen liegen umfassende Sicherheits- und Hygienekonzepte vor, die sich an den existierenden Normen auf deutscher als auch auf europäischer Ebene ausrichten. Diese ermöglichen ein sicheres Training. Durch die Anordnung der Geräte auf der Fläche können Abstandsregelungen nachweisbar eingehalten werden. Buchungen von Trainingsslots ermöglichen eine Kontrolle der in der Anlage befindlichen Personenzahl und bieten gleichzeitig einen Schutz für vulnerable Gruppen, denen gesonderte Trainingszeiten bereitgestellt werden können. Auch die wissenschaftliche Evidenzlage zum SARS-CoV2-Infektionsaufkommen in Fitness- und Gesundheits-Anlagen zeigt, dass bei beherrschbarem Infektionsgeschehen und konsequenter Umsetzung derartiger Sicherheits- und Hygienekonzepten von keinem erhöhten Infektionsrisiko auszugehen ist. Untersuchungen (Europe Active, 2020) belegen eine Infektionsrate von 1,12 pro 100.000 Besuchen (bei 115,3 Millionen Besuchen in 4.360 Anlagen in Europa wurden 1.288 positive Fälle identifiziert).

Diesem geringen Infektionsrisiko in Fitness- und Gesundheits-Anlagen müssen die Folgen eines fehlenden Fitnesstrainings für die körperliche und mentale Gesundheit gegenübergestellt werden. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine gute körperliche Fitness eine wichtige Basis für eine erfolgreiche Krankheitsbewältigung und ein wichtiger Schutzfaktor vor schwerwiegenden Verläufen bei Infektionserkrankungen bietet (Bloch, Halle & Steinacker, 2020). Die allgemeine körperliche Fitness dient als Maß der Gesundheit und der Fähigkeit des Körpers, mit internen und externen Stressoren wie auch COVID-19 umzugehen (Brawner et al., 2021). Weiter kann mit Hilfe von Training/Bewegung Depressionen oder Angsterkrankungen entgegengewirkt werden (Schuch et al., 2018), deren Entstehungen vor dem Hintergrund der Pandemie zunehmend begünstigt werden.

Die Gegenüberstellung des geringen Infektionsrisikos und der gesundheitsprotektiven Nutzeneffekte regelmäßigen Trainings legen nahe, den 11,66 Millionen Mitgliedern in Fitness- und Gesundheitsanlagen möglichst schnell eine Rückkehr zu ihrem gewohnten Fitness- und Gesundheitstraining zu ermöglichen und so die wichtige Schutzfunktion eines präventiven Ausdauer- und Krafttrainings als probates Mittel zur Gesundheitsförderung und Prävention von Erkrankungen wieder nutzen zu können.

Vor dem Hintergrund des zunehmend wieder beherrschbaren Infektionsgeschehens und unter Würdigung der dargestellten Argumente sowie der bestehenden, umfassenden Sicherheits- und Hygienekonzepte der Branche fordert der DSSV Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen, die Fitness- und Gesundheits-Anlagen als wichtige Gesundheitsdienstleister im Zuge einer sukzessiven Öffnungsstrategie prioritär zu berücksichtigen.


Mit freundlichen Grüßen aus Hamburg


Birgit Schwarze
Präsidentin des DSSV e.V.